Entschädigung für Flugverspätungen – hierauf sollte man achten!

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All jene, die gerne und viel Reisen, kennen wahrscheinlich das unangenehme Gefühl: das eigene Flugzeug ist (mal wieder) zu spät oder es kommt gar zu Flugausfällen. Was zunächst simpel klingt, ist in der Praxis mit langen Wartezeiten am Flughafen bzw. in der jeweiligen Stadt verbunden. Keine schöne Sache, wenn am anderen Ende der Welt der wichtige Geschäftspartner oder gar die eigene Familie wartet!

Wenn ein Flug sich drastisch verspätet, haben die Passagiere ein Anrecht auf eine entsprechende „Flugverspätung Entschädigung“. Allerdings entsteht dieses Anrecht nicht automatisch, sondern ist an spezielle Voraussetzungen und Bedingungen geknüpft. Welche das sind und wie ihr eure Flugverspätung Entschädigung einfordert, lest ihr in diesem Artikel!

Wann kann man eine Entschädigung für etwaige Flugverspätungen verlangen?

Zunächst einmal zu den „Basics“, die im Zusammenhang mit einer entsprechenden Flugverspätung in jedem Fall zu beachten sind. „In jedem Fall“ deshalb, weil man nicht automatisch den Anspruch auf eine Entschädigung, bei jeglicher Verspätung des eigenen Fluges. Wenn der eigene Flug zu spät kommt, ist das zwar ärgerlich genug. Vor allem dann, wenn man aufgrund der Verspätung wichtige Termine im Zielland verpasst hat. Allerdings reicht diese „Ärgernis“ alleine leider nicht dafür aus, um einen entsprechenden Anspruch auf eine entsprechende Entschädigung zu bekommen. Die Regelungen diesbezüglich sind nämlich ganz klar formuliert und orientieren sich nicht am Grad des Ärgernisses oder speziell an Einzelfällen.

Wichtige Voraussetzungen für eine Flugverspätung Entschädigung sind demnach, dass der:

  • Eigene Flug innerhalb der EU startet und / oder
  • Das der Flug in der EU landet und außerdem
  • Das die Fluggesellschaft, die den Flug betreibt ihren Sitz innerhalb der EU, in Norwegen oder in der Schweiz hat

Wer sich näher zu dem Thema einlesen möchte, kann außerdem einen Blick auf die spezifische Verordnung der EU, die EG Nr. 261/ 2004, werfen, da sich diese Verordnung speziell auf den Sachverhalt der Flugverspätungen konzentriert.

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So hoch können die Entschädigungen im Falle einer Flugverspätung tatsächlich sein!

Einen Anspruch auf Entschädigung, hat man bei einer Flugverspätung nur, wenn sich der eigene Flug um mindestens 3 Stunden verspätet hat. Alles unter dieser Marke ist zwar ärgerlich, berechtigt den Passagier allerdings nicht automatisch dazu eine Entschädigung vom Flugbetreiber zu verlangen.

Hat man die 3 Stunden Marke überschritten, orientiert sich die Entschädigungssumme an der Entfernung, die während des Flugs zurückgelegt wurde. Dabei kann man als Passagier auf eine Entschädigung von 250-600 € hoffen.

Ist die Flugverspätung größer als 3 Stunden, kann man bei einer Entfernung:

  • Von mehr als 1.500 Kilometern auf eine Entschädigung von 250 € bestehen
  • Zwischen 1.500-3.500 Kilometern groß auf eine Entschädigung von 400 € bestehen
  • Von mehr als 3.500 Kilometer auf eine Entschädigung von 600 € bestehen

Auch die Entfernung des Fluges wird dabei nach strikten Vorgaben berechnet. So beginnt man die Kilometer erst ab dann zu zählen, wenn das Flugzeug die Landebahn verlassen. Bei der Landung endet das Zählen erst dann, wenn man die Tür am jeweiligen Gate vollständig erreicht hat. Nicht wenige Fälle wurden in der Vergangenheit auf den „Millimeter genau“ bemessen, so dass diese vermeintlich strenge Regelung durchaus ihre Sinnigkeit hat.

Wo und wie fordere ich meine mir zustehende Entschädigung ein?

Eine Flugverspätung ist das eine, die offene Entschädigung einfordern das andere. Wenn bei einem Passagier eine entsprechende Unannehmlichkeit, in Form einer Flugverspätung eingetreten ist, dann muss man als Passagier auch eigenständig dafür sorgen, die entsprechende Entschädigung auch einzufordern. Auch hierbei gibt es durchaus einige Dinge zu beachten!

Zunächst einmal sollte man im Falle einer Flugverspätung genau dokumentieren, wann das Flugzeug entsprechend abgehoben, vor allem aber gelandet ist. Sicher ist sicher und auf diesen Weg hat man auch noch in vielen Wochen einen genauen Überblick darüber wie der jeweilige Sachverhalt in der Realität tatsächlich abgelaufen ist.

Von Vorteil kann es auch sein, wenn man sich die Flugverspätung schnellstmöglich von der Fluggesellschaft bestätigen lässt. Dies macht den späteren Prozess, bei dem man Nachweisen muss, dass man am Flug tatsächlich teilgenommen hat, um vieles einfacher!

Zu guter Letzt sollte man in solch einem Fall alle Belege, die während der Flugverspätung aufgelaufen sind – bspw. für Restaurants, Hotels, Transport – sorgfältig aufbewahren und bei Nachfrage griffbereit haben. Auch so sorgt man dafür, dass der zum Teil lästige Prozess im Nachhinein beschleunigt wird!

Wem eine Flugverspätung Entschädigung zusteht, der sollte diese auch einfordern!

Übrigens: Passagiere, die aufgrund von Dienstreisen regelmäßig mit dem Flugzeug unterwegs sind, könnten von einer Flugverspätung Entschädigung besonders profitieren, denn: die Ausgleichszahlungen bekommt in diesen Fällen grundsätzlich derjenige, der unter der Flugverspätung auch tatsächlich gelitten hat – also der Passagier selbst – und nicht der, der das Ticket ursprünglich gezahlt hat. Ist man oft als Geschäftsreisender unterwegs, sollte man diese Regelung zumindest im eigenen Hinterkopf haben. Dies kann die eigene Wartezeit im „worst case“ nämlich ein wenig versüßen.

Wie so oft, ist der Prozess, den man als Konsument bei einer zustehenden Entschädigung durchlaufen muss nicht ganz unkompliziert. Ganz klar: für die Fluggesellschaften geht es hauptsächlich darum sicherzustellen, dass auch der richtige Passagier die Entschädigung bekommt – und zwar genau einmal! Trotzdem könnte der Prozess auf den ersten Blick an einigen Stellen sicherlich vereinfacht werden. Auch deshalb gibt es mittlerweile mehrere Anbieter, die Passagiere bei diesem Prozess unterstützen und so viel Zeit sparen. Allerdings nicht ganz kostenlos, schließlich müssen auch die Anbieter von etwas leben!